Wie viele Rechtsanwälte werden abgezockt?

Abzocke jetzt auch für Rechtsanwälte!

Der Eine oder Andere kennt es. Man bezahlt seine Rechnung nicht und bekommt Post vom Inkassobüro. Ja Papier ist geduldig und genau so viel Geduld muss man bei einem Anzeigevertrag von Modelsweek haben, denn bis man verurteilt ist können durchaus Jahre vergehen.

Die ewige Geduld die man in Deutschland für Gerichtsverfahren braucht scheuen viele Unternehmen, aber auch scheinbar Anwälte von betroffenen Kunden. In einem jetzt bekannt gewordenen Fall (Amtsgericht Meißen 103 C 164/16) sind die als Verteidiger beauftragten Anwälte weder bei Gericht erschienen noch haben Sie überhaupt Einwände gehabt, obwohl sie von 2012 bis 2016 Zeit hatten zu reagieren.

Vermutlich wurden auch die Anwälte um das vereinbarte Honorar geprellt, nachdem der Kunde schon die Rechnung der Lorraine Media GmbH nicht bezahlt hatte. Jetzt muss der Kunde nicht nur die Gerichtskosten und die der Anwälte der Lorraine Media GmbH fürchten, sondern zusätzlich seinen eigens beauftragten Anwalt, denn regelmäßig müssen auch Rechtsanwälte gegen ihre eigenen Mandanten vor Gericht ziehen um jemals das Honorar zu bekommen. In dem Urteil heißt es:

“Das Gericht kann durch Endurteil ohne mündliche Verhandlung gemäß § 495a Satz 1 ZPO entscheiden. Es ist nicht erkennbar, dass die Durchführung einer mündlichen Verhandlung insoweit zu einer abweichenden Entscheidungsgrundlage führen könnte, zumal die Beklagte sich schriftlich nicht eingelassen hat und daher zu erwarten steht, dass er auch zu einer mündlichen Verhandlung nicht erscheinen würde. Auf die Stellungnahmemöglichkeiten ist die Beklagte mit Beschluss vom 02.06.2016 hingewiesen worden. Hierauf erfolgte keine Reaktion.”

Und so heisst es auch in dem Urteil vom : 23. Juni 2016

“Der Klägerin steht aus dem zwischen den Parteien geschlossenen Vertrag vom 05.05.2012 ein Vergütungsanspruch in Höhe von 269,88 € zu, § 631 BGB.
……
Die Parteien haben am 05.05.2012 einen Vertrag über die Anfertigung einer Fotoserie, Entwicklung der Fotos, Digitalisierung und dauerhaften Veröffentlichung einer Anzeige im Internet zu einem Preis von 398,00 € mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr geschlossen. Wegen der Einzelheiten wird auf Anlage K1 der Klage, BI. 11  Bezug genommen. Einbezogen in den Vertrag wurden ausdrücklich die rückseitig aufgebrachten Allgmeinen Geschäftsbedingungen der Klagerin, § 305 Abs. 2 BGB.

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